Mein Name ist Sid Lukkassen. Ich habe in Nijmegen Geschichte und Philosophie studiert. Im Jahr 2017 erlangte ich meinen Doktortitel mit einer Dissertation in Philosophie, mit einer Spezialisierung auf Medien, das heißt kommunikative Infrastrukturen, und repräsentative Demokratie. Vor zwei Jahren reiste ich zum ersten Mal nach Paraguay, aufgrund der anhaltenden Verschlechterung der Situation und der Zukunftsaussichten in Europa und Westeuropa. Seit Oktober 2025 lebe ich dauerhaft hier. Diesen Artikel schreibe ich auf Anfrage von Michael, der mich gebeten hat, etwas über mich selbst und meine schriftstellerische Tätigkeit zu erzählen.
Mein bekanntestes Buch ist Avondland en Identiteit, das 2015 erschien und 2017 unter dem Titel Abendland und Identität ins Deutsche übersetzt und vom Lichtschlag Verlag herausgegeben wurde. In diesem Buch prognostizierte ich unter anderem die zunehmenden Spannungen mit Russland, die großen wirtschaftlichen Konflikte zwischen den USA und China um den Südpazifik, die stark abnehmende geopolitische Bedeutung der Europäischen Union und die Radikalisierung islamistischer Kräfte innerhalb der europäischen Landesgrenzen.
Die damalige Rezeption des Buches lief grob gesagt darauf hinaus, dass man seine Originalität schätzte. Unter anderem deshalb, weil darin deutsch- und englischsprachige Literatur miteinander kombiniert und mit alltäglichen, aus dem Leben gegriffenen Beobachtungen verwoben wurde. Man fand das Buch jedoch ein wenig niedergeschlagen. Blicken wir zehn Jahre später zurück, sehen wir unter anderem, dass ein wirtschaftlicher Konflikt zwischen China und dem Westen besteht; außerdem haben wir erlebt, wie Tausende junge Muslime aus Europa in den Islamischen Staat ausreisten.
Letzteres deutet darauf hin, dass die westliche Kultur das Vertrauen in sich selbst verloren hat und die westliche Zivilisation ausschließlich in Begriffen von Schuldgefühlen, Ironie und kolonialen Erbsünden zum Ausdruck gebracht wird. Dies ist eine zu schwache kulturelle Substanz, um Einwanderer dauerhaft an sich zu binden. Es bleiben nur Sozialleistungen und andere oberflächliche wirtschaftliche Vorteile.
Auch die Konfrontation mit Russland ist Wirklichkeit geworden.
Rückblickend war das Buch also eher zu optimistisch als zu pessimistisch. Die enormen, tiefgreifenden Folgen der Corona-Maßnahmen und das, was diese unter anderem für kleine und mittelständische Unternehmer sowie für die soziale und emotionale Entwicklung von Jugendlichen bedeuteten – all dies war beispielsweise nicht berücksichtigt worden.
Diese Gedanken habe ich in meinem Magnum Opus What the World Can Learn from the Fall of the West weiter ausgearbeitet. Das Buch ist bei einem akademischen Verlag in Washington, USA, erschienen: Academica Press. Ich habe von Ende 2019 bis Anfang 2026 daran gearbeitet. Ausgangspunkt waren Überlegungen zum Aufstieg, zur Blüte und zum Niedergang von Zivilisationen, ergänzt durch die oben genannten geopolitischen Prognosen.
Auch die Themen soziale Aufstiegschancen, demokratische Repräsentation und Souveränität spielen eine große Rolle. Der Diskurs über diese Themen wurde durch die Corona-Zeit kräftig durcheinandergewirbelt. Die Konfliktlinien haben sich teilweise verschoben, und die Corona-Maßnahmen haben die Achsen der Systemkritik neu geordnet. Deshalb ist es gut, dass das Buch eine lange Entwicklungsphase durchlaufen hat.
Das wichtigste Ziel von What the World Can Learn from the Fall of the West, das im März erschienen ist, besteht darin, den Versuch zu unternehmen, von außen nach innen vorzudringen und auf diese Weise einen Wandel in Gang zu setzen.
Mit anderen Worten: über die äußere Wache zur inneren Wache. Als politischer Mitarbeiter, unter anderem bei den Provinzialstaaten von Gelderland und im Europäischen Parlament, habe ich erfahren, dass jegliche Kritik und ernsthafte Reformvorschläge von innen heraus erstickt werden. Natürlich hat der Rest der Welt – man denke an Lateinamerika, aber auch an Länder wie Südkorea und Japan – ein gewisses prestigeträchtiges Bild von europäischen Städten wie London und Paris. Erst wenn ausländische Mächte offen benennen, dass die kulturelle Eigenart der europäischen Städte und der europäischen Kultur vollständig im Niedergang begriffen ist, wird ein Gespräch über die Tatsachen möglich sein.
Abschließend möchte ich noch etwas über mein jüngstes Buchprojekt sagen. Nach dem Erscheinen von What the World Can Learn from the Fall of the West im März 2026 startete ich eine Crowdfunding-Kampagne, um einen beträchtlichen Betrag für ein neues Buch aufzubringen. Finanziert wurde es vor allem durch das niederländische und flämische Publikum: Das Buch trägt den Titel Zin in Chaos.
Dieser Titel ist bewusst ambivalent. Einerseits stellt das Buch die Frage, wie wir dem Leben Bedeutung verleihen können, wie und wo Menschen im Leben Sinn finden können – in einer Zeit des Verfalls und des Zusammenbruchs. Es richtet sich also ausdrücklich auf das Leben in Europa.
Die zweite Bedeutung verweist auf die Vorfreude auf dieses Chaos, weil es schön ist zu sehen, wie die Pläne der Eliten mit ihrem Kontrollapparat und ihrem Überwachungsstaat ins Wanken geraten. Im besten Fall werden diese Eliten, die jene großartige Zivilisation, die sie geerbt haben, verspielt haben, in das Chaos des Niedergangs mit hineingezogen und unter den Trümmern des Falls des Westens begraben.
Der Titel bringt somit neben der philosophischen Suche nach einer allgemeineren Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens in unruhigen Zeiten – unter anderem inspiriert von Viktor Frankl, George Orwell, Niccolò Machiavelli und Marcus Aurelius – zugleich eine gewisse Schadenfreude zum Ausdruck.
Anders als viele meiner Bücher ist Zin in Chaos nicht in erster Linie politisch-soziologisch-ökonomisch ausgerichtet, obwohl diese Aspekte als Teil der Analyse und der Hintergrunddarstellung durchaus eine Rolle spielen. Das Buch ist vor allem theologisch und existentialistisch. Unter anderem behandle ich darin meine Remigration nach Paraguay, die Bedeutung der Freiheit und damit zusammenhängende Themen. Diese Themen dürften zeitgenössische Leser ansprechen, die sich nach einer Flucht aus dem aussichtslosen Elend sehnen, in das Europa sich selbst gestürzt hat.
Dieses Buch ist also noch nicht ganz fertig, aber beinahe – es erscheint in Kürze!
Mijn naam is Sid Lukkassen, ik ben opgeleid in geschiedenis en filosofie en Nijmegen. In 2017 behaalde ik mijn doctorstitel met een proefschrift in de filosofie, met een specialisering in media, oftewel communicatieve infrastructuren, en representatieve democratie. Twee jaar geleden voor het eerst naar Paraguay vertrokken vanwege de aanhoudend verslechterende situatie en vooruitzichten in Europa en West-Europa. Sinds oktober 2025 woon ik hier blijvend. Dit artikel schrijf ik op verzoek van Michael, waarin hij mij vroeg iets toe te lichten over mijzelf en mijn schrijverschap.
Mijn bekendste boek is ‘Avondland en Identiteit’, uitgekomen in 2015 en vertaald naar het Duits als ‘Abendland und Identität’, uitgegeven in 2017 door Lichtschlag Verlag. In dit artikel voorzag ik onder meer de oplopende spanning met Rusland, de grote economische botsingen tussen de VS en China over de Stille Zuidzee, de sterk afnemende geopolitieke relevantie van de Europese Unie en de radicalisering van islamitische krachten binnen de Europese landgrenzen.
Destijds kwam de receptie van het boek er grofweg op neer dat men de originaliteit ervan waardeerde. Onder meer omdat er Duitse en Engelstalige literatuur werd gecombineerd, aaneengeregen met alledaagse, uit het leven gegrepen observaties. Maar vond het een beetje neerslachtig. Kijken we tien jaar later terug, dan zien we dat er onder meer een economisch conflict bestaat tussen China en het Westen; ook zagen we duizenden islamitische jongeren vanuit Europa afreizen naar de Islamitische Staat.
Dit laaste wijst erop dat de Westerse cultuur het vertrwouen in zichzelf is verloren, en de Westerse beschaving wordt uitsluitend in termen van schuldgevoel, ironie en koloniale erfzonden uitgedrukt. Dit is een te zwakke culturele substantie om immigranten blijvend aan zich te binden. Alleen uitkeringen en andere oppervlakkige economische voordelen blijven over.
Ook de clash met Rusland is een feit geworden.
Achteraf gezien was het boek dus eerder te optimistisch dan te pessimistisch. De enorm ingrijpende gevolgen van de corona maatregelen, en wat dat onder meer betekende voor kleine en middelgrote ondernemers, voor de sociale en emotionele ontwikkeling van tieners – dit alles was bijvoorbeeld niet meegenomen.
Deze denkbeelden heb ik verder uitgebreid in mijn Magnum Opus ‘What the World Can Learn from the Fall of the West’. Dit boek is uitgegeven bij een academische uitgever in Washington, VS, Academica Press. Ik heb eraan gewerkt van eind 2019 tot begin 2026. Het ving aan met gedachten over het opgaan, blinken en verzinken van beschavingen, aangevuld met bovengenoemde geopolitieke prognoses.
Ook de onderwerpen opwaartse sociale stijgingskansen, democratische vertegenwoordiging en soevereiniteit spelen een grote rol. Met het discours over deze onderwerpen is door de coronaperiode stevig door elkaar geschud. De strijdlijnen zijn wat veranderd en de coronamaatregelen hebben de assen van de systeemkritiek opnieuw geordend. Hierom is het goed dat het boek een lange ontwikkelperiode heeft gekregen.
Het belangrijkste doel van het in maart verschenen ‘What the World Can Learn from the Fall of the West’, is om te proberen vanaf de buitenkant, tot de binnenkant door te dringen en op die wijze een verandering in gang te zetten.
Oftewel: via de buitenwacht naar de binnenwacht. Als beleidsmedewerker, onder meer in de Provinciale Staten Gelderland en op het Europees Parlement, ondervond ik dat alle kritiek en serieuze hervormingsvoorstellen, van binnenuit worden gesmoord. Maar natuurlijk heeft de rest van de wereld – denk aan Latijns America, maar ook landen als Zuid-Korea en Japan – een zeker prestigieus beeld van Europese steden zoals Londen en Parijs. Op het moment dat door buitenlandse mogendheden openlijk wordt benoemd dat deze culturele eigenheid van Europese steden en de Europese cultuur totaal in verval is geraakt, pas op dat moment zal een gesprek over de feiten mogelijk zijn.
Tot slot wil ik hier iets zeggen over mijn meest recente boekproject. Na het verschijnen van ‘What the World Can Learn from the Fall of the West’ in maart 2026, startte ik een crowdfunding om een stevig bedrag op te halen voor een nieuw boek. Het is met name gefinancierd door het Nederlandse en Vlaamse publiek: het boek draagt de titel ‘Zin in Chaos’. Deze titel is bewust ambivalent. Enerzijds stelt het boek de vraag hoe we het leven betekenis kunnen geven, hoe en waar mensen zin kunnen vinden in het leven, in een tijd van verval en ineenstorting. Specifiek dus gericht op het leven in Europa.
De tweede betekenis duidt op het uitkijken naar die chaos, omdat het mooi is om te zien hoe de plannen van de elites, met hun controle en surveillance state, beginnen te wankelen. In het beste geval worden deze elites, die die prachtige beschaving die ze georven hebben, hebben verspeeld, meegetrokken in de chaos van het verval, en bedolven onder de puin van de val van het Westen.
De titel drukt dus, naast de filosofische zoektocht naar een meer algemene zoektocht naar zingeving in troebele tijden (onder meer geïnspireerd door Victor Frankl, George Orwell, Niccolò Machiavelli en Marcus Aurelia), tegelijk een zekere Schadenfreude uit.
Anders dan veel van mijn boeken is ‘Zin in Chaos’ niet hoofdzakelijk politiek-sociologisch-economisch, hoewel die aspecten zeker een rol spelen als deel van de analyse en de achtergrondschets. Het boek is vooral theologisch en existentialistisch. Onder meer bespreek ik mijn remigratie naar Paraguay, het belang van vrijheid, en aanverwante thema’s. Deze onderwerpen zullen hedendaagse lezers bekoren die hunkeren naar een ontsnapping uit de uitzichtloze ellende waar Europa zichzelf heeft ingestort. Dit boek is dus nog niet helemaal af, maar wel bijna – het komt spoedig uit!
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